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Soul healingArtikel

Wenn Gedanken lähmend sind


Nicole Ahyanah, 11. Dezember 2020

Fühlt sich dein Leben manchmal an wie ein Kaugummi auf warmem Asphalt? Wie wenn alles in Watte gepackt wäre und du einfach nicht vom Fleck kommst? Bestimmen Ängste deine stillen Momente und du flüchtest in Ablenkung und Betäubung? Dann ist dieser Text genau für dich. 

Beim Aufwachsen im westlichen Europa ist die gesellschaftliche Freiheit und demzufolge die in den Familien und dem Freundeskreis nicht unbedingt gegeben. Es sind viele Anforderungen die an einen gestellt werden, obwohl es kein Regelwerk zum guten europäischen Bürger gibt. Man muss diese Regeln erahnen oder auf mehr oder weniger schmerzhafte Weise erlernen. Den grossen Unterschied von mehr individueller Freiheit erkennt man gut dann, wenn man deutlich irgendwo in den Ferien ist und selbst die "Einheimischen" frei wie die Vögel sind. 

Der durchschnittliche Mitteleuropäer ist ein Regelbefolger und lebt eher unscheinbar und in Angst als in Freiheit.

Nicole Ahyanah 

Der gesellschaftliche Druck ist immens und fängt früh an zu wirken. Es werden bereits im Kleinkindalter Anforderungen an Ruhe und Stille gestellt, die dem freien Seelenwesen der Kleinen so gar nicht entgegenkommen. Die Schulzeit macht dann halt noch den Rest. Glück hat, wer einige liebevolle Freunde findet, welche den Leidensweg etwas versüssen. Wir lernen von Kindesbeinen an, dass wir die Erwartungen von Familie, Freunde und Gesellschaft sowieso nie erfüllen können. 

Aus diesen Ansprüchen werden dann Erwachsene, welche von Ängsten dauerhaft geplagt sind und im Kindlein hangen bleiben. Und die Form der lähmenden Ängste und Gedanken-Karusselle sind vielfältig: 

  • Angst eine falsche Entscheidung zu treffen
  • Angst vor Konsequenzen
  • Selbstzweifel
  • Angst vor Verantwortung
  • Versagensängste
  • Zukunftsängste
  • Angst vor dem Erwachsen werden
  • Angst vor dem totalen Zusammenbruch und dem Ausschluss
  • Angst vor dem Tod
  • Angst vor Druck
  • Angst den Erwartungen nicht gerecht zu werden

Dieses ständige Hin und Her ist in den Köpfen der Menschen am wüten und verfolgt die meisten selbst im Schlaf. Um um diesem Terror der schlechten Gedanken und des Selbsthasses zu entfliehen, haben wir Mittel und Wege entwickelt uns ruhig zu stellen. Wir betäuben uns, entweder mit Fernsehen und Netflix, mit Alkohol und Zigaretten oder auch sehr beliebt, mit Drogen, seien dies nun legale oder illegale. Einige ganz schlaue Füchse haben herausgefunden, dass es auch etwas konstruktivere Betäubungsmöglichkeiten gibt und leben diese dann mit exzessivem Sport und Arbeit aus.  

Die tiefe Angst, nichts wertvolles oder sinnvolles erbringen zu können und die Regeln der Gesellschaft zu brechen, lähmt die ganze Freude und Freiheit und den natürlichen Fluss der Seele. Dieser Zustand ist manchmal so unerträglich, dass sogar sterben nach absoluter Befreiung und Wohltat klingt. Die Abwärtsspirale dieser Ängste führt zu Depressionen und dunklen Orten, aus denen ein Entkommen fast aussichtslos scheint. 

In dem Moment, wo du jedoch verstehst, dass deine reine Präsenz auf diesem Planeten absolut reicht und du als Individuum frei bist zu tun was dir Freude bereitet, kann der Druck zu versagen sich etwas lindern.  

Damit du es mal gehört hast, alle die oben erwähnten Symptome wie auch die Scopingmechanismen sind Teil einer Angststörung. Diese kann man behandeln und die Lebensqualität massiv verbessern. 


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