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Meine Insel, deine Insel. Das Geheimnis effektiverer Kommunikation.

Kommunikation

Meine Insel, deine Insel. Das Geheimnis effektiverer Kommunikation.

Wann immer Menschen zusammenkommen, reden sie miteinander, auch wenn sie kein Wort sagen. Die nonverbale Kommunikation über die Mimik, Gestik, Körperhaltung, Bewegung, Nähe und Distanz, aber auch über Äusserlichkeiten wie Kleidung, Schmuck und Frisur machen mit fast 60% den Bärenanteil der Kommunikation aus. Worauf es für eine effektivere Kommunikation ankommt und vier einfache Schritte, wie du deine Fähigkeiten verbessern kannst, findest du in diesem Artikel.

Bettina Pörtig, 6. Juni 2021

Der eigentliche Inhalt spielt bei der Kommunikation eine untergeordnete Rolle (8%). Wesentlich grössere Anteile haben die Stimme (34%) sowie die Körpersignale (58%). Die Interpretation und anschliessende Reaktion auf die Signale passiert jedoch mehrheitlich unbewusst. Das ist auch der Grund dafür, warum effektive Kommunikation so schwierig ist und so oft komplett falsch läuft.

Der «Standard Kommunikations-Loops» – aus dem Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP) - zeigt wie die verschiedenen Wahrnehmungskanäle als Reiz, über die im Gehirn stattfindende Interpretation, zur bewussten oder automatischen Reaktion, wie unsere Handlungen im Allgemeinen und Kommunikation im Speziellen entstehen.

Das Wahrnehmungssystem über die fünf Sinne

Die Wahrnehmung wird durch unsere sogenannten Repräsentationssysteme, also unsere fünf Sinne, gesteuert. Dazu zählen das Sehen (visuell), das Hören (auditiv), das Fühlen oder Tasten (kinästhetisch), das Riechen (olfaktorisch) sowie das Schmecken (gustatorisch). Man geht davon aus, dass jeder Mensch ein oder zwei bevorzugte Sinne hat, die sowohl seine Wahrnehmung als auch seine verbale und nonverbale Kommunikation stark beeinflussen.

Zum besseren Verständnis hier ein kleines Beispiel. Mein bevorzugtest Repräsentationssystem ist kinästhetisch, also das Fühlen und Tasten. Beurteile ich eine Situation, "fühlt sie sich gut oder schlecht an". Bei Menschen, die mir nahe stehen, "fühle" ich mich "wohl". Ich wähle meine Kleidung weniger danach aus, ob sie mir optisch gefällt. Vielmehr ist mir wichtig, dass sich der Stoff auf der Haut "gut anfühlt". Neues lerne ich am leichtesten, wenn ich es tun kann. Im Gegensatz dazu würden Menschen, die sehr visuell funktionieren eher Dinge sagen wie "wie sieht es bei dir aus?", "siehst du das auch so", "jetzt habe ich den Durchblick!". Sie beurteilen Situation danach, ob sie ein "stimmiges Bild" ergeben, ihnen "gefällt" eine Arbeit, sie wählen ihre Kleidung ganz sicher nach optischen Gesichtspunkten und sie nehmen sofort wahr, wenn eine Kollegin eine neue Brille trägt oder sich ein Mitarbeiter den Bart abrasiert hat.

Zu merken, in welchem Sinnessystem die Mitarbeitenden, Kolleginnen und der Chef am meisten zu Hause sind hilft dabei, in seine oder ihre Welt einzutauchen und ihn oder sie dadurch besser zu verstehen. Oder sich eben nicht unbeachtet zu fühlen, weil der Partner die neue Frisur nicht bemerkt. Randbemerkung an die Männer: Wenn eure Partnerin von einer Lang- auf eine Kurzhaarfrisur wechselt, zählt "ich bin eben nicht so der visuelle Typ" nicht als Ausrede…

Es geht noch weiter…

Als wäre sich richtig zu verstehen nicht schon komplex genug. Nachdem der Reiz im Gehirn angekommen ist, werden die Eindrücke durch eine ganze Reihe verschiedener Filter gejagt. Unsere Ziele, Werte, Fähigkeiten aber auch unser Glaubenssystem, die kulturelle Herkunft, Religion usw. steuern wesentlich, wie wir das interpretieren, was von aussen auf uns einwirkt.

Habe ich einen Filter der besagt, dass Frauen schlecht einparken, werde ich mir bei jeder einzelnen Frau, die beim fünften Versuch ihr Auto in eine Parklücke zu manövrieren immer noch die halbe Strasse blockiert denken, "typisch Frau!". Die zehn Frauen davor, die ohne Probleme einparkten, habe ich gar nicht gesehen. Das heisst, meine Augen haben sie durchaus gesehen. Da sie aber in keines meiner Wahrnehmungsraster passten, haben sie es nicht in die engere Auswahl der bewussten Wahrnehmungen geschafft. Sie blieben unbeachtet und lösten deshalb keine Reaktion - in diesem Beispiel den Gedanken "typisch Frau!" - aus.

Etwas technischer könnte man das folgendermassen formulieren. Pro Sekunde gelangen über unsere Sinnessysteme ca. 11 Millionen (!!!) Eindrücke in das Gehirn. Dort werden sie, gemäss unserem individuellen Filtersystem, nach Relevanz sortiert und lösen dann eine bewusste oder automatische Reaktion aus.

Was bedeutet dies nun für die effektivere Kommunikation

Die Voraussetzung für effektive Kommunikation - und damit ist eine Art der Kommunikation gemeint, bei der zwei Menschen von derselben Sache sprechen - ist, dass die Gesprächspartner in der Lage sind, eine Verbindung zueinander aufzubauen. Manchmal passiert dies ganz automatisch. Wir sprechen dann davon, dass uns jemand von Anfang an einfach sympathisch war. Was uns als Zufall erscheint, ist überhaupt nicht zufällig. Es hat einfach damit zu tun, dass diese Person die Welt ähnlich sieht wie man selbst. Sie sitzt sozusagen auf derselben, oder zumindest auf einer nicht weit entfernten, Insel. Die Brücke, die nötig ist um sich zu begegnen, existiert bereits. Die Probleme in der Kommunikation beginnen da, wo du auf "Sylt" und dein Gesprächspartner auf den "Malediven" sitzt. Da besteht keine Brücke. Die muss erst jemand bauen. Hier also mein 1x1, um auch in unwegsamem Gelände gute Brücken zu bauen:

1. Der innere Kritiker hat erst einmal Pause

Ok. Der Mann im Anzug, Turnschuhen und Bart ist dir nicht auf Anhieb sympathisch. "Sicher wieder einer dieser Hipster" und schon ist der Mensch in einer Schublade gelandet, aus der er nur sehr schwer wieder heraus kommt. Nun könnt ihr in einem Gespräch bei 100 Themen übereinstimmen, aber dein Urteil steht fest "ist halt ein Hipster". Vorurteile bauen schlechte Brücken.

2. Trainiere deine Wahrnehmung

Beginne damit, dir die Leute genau anzuschauen und ihnen genau zuzuhören. Die nonverbalen Signale (Mimik, Gestik, Körperhaltung, Blick, Hautrötungen usw.) und die Stimme (Tonalität, Sprechgeschwindigkeit, Betonung) verraten viel über die andere Person.

3. Zuhören statt reden

Achte darauf, welche Worte die andere Person verwendet. So findest du heraus, in welchem Repräsentationssystem sie am ehesten zu Hause ist. Ausserdem: wenn man den Menschen einfach einmal zuhört, geben sie viel mehr über ihre Ziele, Werte, Glaubenssystem usw. preis, als sie selbst denken. Davon abgesehen, dass du so sehr viel über die Insel des anderen lernst, fühlt sich dieser verstanden und das alleine erzeugt eine Verbindung.

Hast du das alles, am besten im geschützten Umfeld mit Familie und Freunden trainiert und ein bisschen automatisiert, kommt der eigentliche Schlüssel, um schnell eine Verbindung aufzubauen.

4. Baue eine Brücke

Beginne damit, dein Ausdrucksverhalten an das Ausdrucksverhalten deines Gesprächspartners anzupassen. Ein bisschen so, als würdest du seine Körperhaltung, Mimik, Gestik, Tonalität usw. kopieren. Dabei geht es nicht darum, dem anderen etwas vorzumachen oder gar zu täuschen oder zu manipulieren. Es geht lediglich darum, das Wissen über den Anteil der nonverbalen Kommunikation effektiv so zu nutzen, dass die Brücke von Sylt zu den Malediven in nützlicher Frist möglich ist. Im NLP nennt man diese Technik "Pacing".

Wie bei jeder Technik, bei der es um Menschen geht, gilt auch hier: Stur angewendet ist es einfach nur eine Technik und dein Gegenüber wird merken, dass er oder sie gerade dein Versuchskaninchen ist. Mit wirklichem und echtem Interesse für den Menschen hinter der ersten Fassade angewendet, ist es ein wunderbares Mittel, um deine Kommunikation auf das nächsten Level zu bringen.

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